Fußgängerzone Lübeck

  Glossar  

Die Begriffsdefinitionen wurden vorgegeben nach dem Katalog E des Bundesministeriums für Wirtschaft

    Betriebsform (Betriebstyp) im Einzelhandel    

Betriebsformen des Einzelhandels werden durch Rückgriff auf die von ihnen eingesetzten absatzpolitischen Instrumente definiert, insbesondere durch die Branche, der die im Sortiment geführten Waren zugehören, das Preisniveau, die Bedienungsform, die Fläche und den Standort.

    Boutique    

Die Boutique ist ein zumeist kleiner Einzelhandelsbetrieb, der ein begrenztes, auf die jeweilige Zielgruppe ausgerichtetes, vorwiegend modisches Sortiment (z. B. Bekleidung, Einrichtungsgegenstände, Schmuck) anbietet. Die Boutique findet sich auch als Shop-in-Shop (z. B. in Waren- und Kaufhäusern).

    Discounter    

Discounter bieten ein enges, auf raschen Umschlag ausgerichtetes Sortiment zu niedrigen Preisen an. Da Discounter für diese Strategie große artikelspezifische Einkaufsvolumina und hohe Kundenfrequenzen benötigen, wird das Discountgeschäft fast ausschließlich von großen Einzelhandelsunternehmungen nach dem Filialprinzip betrieben.

Mit Discountorientierung wird die zugrunde liegende absatzpolitische Strategie bezeichnet, bei der Konsumgüter des Massenabsatzes bei einfacher Ladenausstattung zu niedrigen Preisen angeboten werden. Die Strategie ist auf das bei Massengütern vorwiegend rational geprägte Einkaufsverhalten (Gegensatz: Erlebnisorientierung) ausgerichtet. Sie wird überwiegend von Diskontgeschäften eingesetzt.

    Fachgeschäft    

Das Fachgeschäft ist ein Einzelhandelsbetrieb, der ein branchenspezifisches oder bedarfsgruppenorientiertes Sortiment in großer Auswahl und in unterschiedlichen Qualitäten und Preislagen mit ergänzenden Dienstleistungen anbietet.

    Fachmarkt    

Der Fachmarkt ist ein meist großflächiger Einzelhandelsbetrieb, der ein breites und oft auch tiefes Sortiment aus einem Warenbereich (z. B. Bekleidungsfachmarkt, Schuhfachmarkt), einem Bedarfsbereich (z. B. Sportfachmarkt, Baufachmarkt) oder einem Zielgruppenbereich (z. B. Möbel- und Haushaltswarenfachmarkt für designorientierte Kunden) in übersichtlicher Warenpräsentation bei tendenziell niedrigem bis mittlerem Preisniveau anbietet.

Der Standort ist in der Regel autokundenorientiert entweder isoliert oder in gewachsenen und geplanten Zentren; bei einigen Sortimenten (z. B. Drogeriemarkt) werden überwiegend Innenstadtlagen gewählt. Je nach Sortiment sind mehr als in anderen Betriebsformen im Einzelhandel die Abnehmer auch gewerbliche Kunden (z. B. Handwerker beim Sanitär- und Fliesenfachmarkt und beim Installationsfachmarkt) oder Dienstleistungsbetriebe (z. B. Gaststätten beim Drogeriemarkt und beim Getränkefachmarkt). Die Verkaufsverfahren sind Selbstbedienung und Vorwahl, meist mit der Möglichkeit einer fachlichen und sortimentsspezifischen Kundenberatung.
Serviceorientierte Fachmärkte bieten neben ihrem Warensortiment auch eine Vielfalt sortimentsbezogener und selbständig vermarktbarer Dienstleistungen (z. B. Reise-, Versicherungsleistungen), diskontorientierte Fachmärkte verzichten oft auf jedwede Beratung und Dienstleistung zugunsten niedriger Preise. Der Spezialfachmarkt führt Ausschnittssortimente (z. B. Fliesenfachmarkt, Holzfachmarkt) aus dem Programm eines Fachmarktes (z. B. Baumarkt). 

    Factory-Outlet    

Das Factory-Outlet ist ein mittel- bis großflächiger Einzelhandelsbetrieb (Einzelhandel im institutionellen Sinne) mit einfacher Ausstattung, über den ein Hersteller im Direktvertrieb insbesondere Waren zweiter Wahl, Überbestände und Retouren der Waren seines Produktionsprogramms oder seines Zukaufsprogramms (Sortiment) meist in Selbstbedienung an fabriknahen oder verkehrsorientierten Standorten absetzt. Häufig werden Factory-Outlets verschiedener Hersteller an einem Standort in einem Factory-Outlet-Center zusammengefasst.   

    Gemischtwarengeschäft    

Das Gemischtwarengeschäft ist ein zumeist kleiner oder mittelgroßer Einzelhandelsbetrieb, der häufig im ländlichen Raum ansässig ist. Er ist mit einem relativ breiten, aber eher flachen Sortiment in seiner Struktur auf den Bedarf der Bewohner eines engeren Einzugsbereichs ausgerichtet, von dem aus andere Einkaufsstätten nicht gut erreichbar sind. Das Sortiment umfasst im Schwerpunkt Nahrungs- und Genussmittel, die überwiegend in Selbstbedienung angeboten werden. Daneben werden meist auch Nichtlebensmittel (z. B. Bekleidung und Textilien, Eisen- und Hausratswaren, Drogerieartikel, Schreibwaren, landwirtschaftliche Bedarfsartikel) geführt. Bei erklärungs- oder beratungsbedürftigen Waren findet Bedienung statt.

    Handelsmarken    

Handelsmarken, auch als Händler- oder Hausmarken bezeichnet, sind Waren- oder Firmenkennzeichen, mit denen eine einzelne Handelsunternehmung, eine Verbundgruppe oder eine Franchiseorganisation Waren markiert oder markieren lässt, um die so gekennzeichneten Waren exklusiv und im allgemeinen nur in den eigenen Verkaufsstätten zu vertreiben. Oft wird auch der Begriff Eigenmarke synonym für Handelsmarke verwendet. In der Praxis ist mit der Handelsmarke häufig nicht nur das Kennzeichen selbst gemeint, sondern auch der Artikel, der damit versehen ist und der als Handelsmarkenartikel (Markenartikel) bezeichnet wird.

    Kaufhaus    

Ein Kaufhaus ist ein größerer Einzelhandelsbetrieb, der überwiegend im Wege der Bedienung Waren aus zwei oder mehr Branchen, davon wenigstens aus einer Branche in tiefer Gliederung, anbietet. Am stärksten verbreitet sind Kaufhäuser mit Textilien, Bekleidung und verwandten Bedarfseinrichtungen, die auch als Textilkaufhäuser bezeichnet werden. Im Vergleich zum Warenhaus erfolgt eine stärkere Konzentration auf ausgewählte Warengruppen.

    Kaufkraft    

Als Kaufkraft wird diejenige Geldmenge bezeichnet, die den privaten Haushalten innerhalb eines bestimmten Zeitraumes zur Verfügung steht: das ist das verfügbare Nettoeinkommen zuzüglich der Entnahmen aus Ersparnissen (einschließlich des in Geldvermögen umgewandeten Sachvermögens) und aufgenommener Kredite abzüglich der Bildung von Ersparnissen und der Tilgung von Schulden. Die Kaufkraft des Geldes steht in einem reziproken Verhältnis zu den einzelnen Preisen für Güter bzw. zum Preisindex eines mengenmäßig fixierten Warenkorbes.

Die regionalen Kaufkraftkennzahlen, die in jährlichem Turnus von Marktforschungsinstituten erstellt werden, zeigen die Kaufkraft einer regionalen Einheit (z. B. Stadt- oder Landkreis, Regierungsbezirk, Bundesland). Die Kaufkraftkennzahlen geben an, wie viel Promille der gesamten Kaufkraft in Deutschland auf die betrachtete geographische Einheit entfallen; sie ergeben sich aus der Multiplikation des Bevölkerungsanteils des Gebietes an der Gesamtbevölkerung mit einem Kaufkraftfaktor. Der Kaufkraftfaktor wird dabei nur aus dem Nettoeinkommen der Wohnbevölkerung in dem jeweiligen Gebiet berechnet und gibt die Höhe des durchschnittlichen Nettoeinkommens im Vergleich zum Bundesdurchschnitt an.

    Markenartikel    

Markenartikel sind Waren oder Dienstleistungen, die unter einem besonderen, die Ware oder Dienstleistung kennzeichnenden Merkmal (z. B. Name, Bildzeichen) und als Ausdruck eines bestimmten Marketingkonzeptes allgemeine Verbreitung gefunden haben und die folgende Kennzeichen aufweisen: Einheitliche Aufmachung, gleich bleibende bzw. verbesserte Qualität, Markierung, intensive Verwenderwerbung auch am Point of Sale, hoher Bekanntheitsgrad und weite Verbreitung im Absatzmarkt. Die Markierung gibt Aufschluss über die Herkunft einer Ware und trägt so zur Differenzierung und Profilierung bei. Aus Verwendersicht erleichtert der Markenartikel die Identifikation und Beurteilung einer Ware. Die Entwicklungs-, Vermarktungs- und Rechtsträgerschaft kann bei Hersteller-, Handelsunternehmungen bzw. Handelsgruppen (z. B. Verbundgruppen) und Dienstleistungsunternehmungen liegen.

    No-Name-Produkt - Gattungsmarke    

No-Name-Produkte, auch als Gattungsmarken oder Weiße Produkte bezeichnet, werden von Handelsunternehmungen oder Handelsgruppen als Spezialform der Handelsmarken auf den Markt gebracht. Diese Waren stellen einen Spezialfall der Markierung dar, meist ohne Identifikations- und Werteelemente des Markenartikels. Weitere Kennzeichen der No-Name-Produkte sind insbesondere eine schlichte Verpackung und ein eher niedriger Preis.

    Problemvolles Gut - Problemloses Gut    

Problemlose Güter sind dem Verwender bekannte (z. B. nach Art, Qualität, Verwendung, Preis) und standardisierte Güter, für deren Auswahl und Erwerb keine Bedienung oder Beratung erwartet oder gewünscht wird und die für den Absatz mittels Selbstbedienung geeignet sind. Dagegen wir bei problemvollen Gütern (z. B. hochwertige, technisch komplizierte Güter) persönliche Beratung oder Service erwartet. Die Grenze zwischen beiden Güterarten lässt sich nicht exakt ziehen; sie ist sowohl von der Gestaltung (Produktpolitik) als auch vom Informationsstand des Verwenders abhängig.

    Selbstbedienung    

Selbstbedienung ist eine Verkaufsmethode im Handel, bei der der Kunde die griffbereit liegende Ware ohne Mitwirkung von Bedienungspersonal auswählt, zur Kasse bringt und bezahlt. Sie findest sich insbesondere im Einzelhandel, aber auch im Großhandel, oft unter dem Begriff Cash-and-Carry. Es können dem Kunden auch noch weitere Handelsleistungen (z. B. Abwiegen und Verpacken von Obst oder Süßwaren) übertragen werden. Neben der Selbstbedienung ohne Beratung (reine Selbstbedienung) gibt es die Selbstbedienung mit Beratung. Die Form der Teilselbstbedienung ist gegeben, wenn ein Teil des Sortiments in Selbstbedienung verkauft wird, ein Teil (z. B. Käse, Frischfleisch) in Bedienung. Bei der Vorwahl kann der Kunde das betriebliche Warensortiment frei besichtigen; danach erfolgt – gegebenenfalls auch mit Beratung – der Verkaufsabschluss in Bedienungsform.

    Selbstbedienungswarenhaus (SB-Warenhaus)    

Das Selbstbedienungswarenhaus ist ein großflächiger, meist ebenerdiger Einzelhandelsbetrieb, der ein umfassendes Sortiment mit einem Schwerpunkt bei Lebensmitteln ganz oder überwiegend in Selbstbedienung ohne kostenintensiven Kundendienst mit hoher Werbeaktivität in Dauerniedrigpreispolitik oder Sonderangebotspreispolitik anbietet.

Der Standort ist grundsätzlich autokundenorientiert, entweder isoliert oder in gewachsenen und geplanten Zentren. Die Verkaufsfläche liegt nach der amtlichen Statistik bei mindestens 3.000 qm, nach der Abgrenzung des Europäischen Handelsinstituts bei mindestens 4.000 qm, nach internationalen Vereinbarungen bei mindestens 5.000 qm.

    Sonderangebot    

Das Sonderangebot ist eine absatzpolitische Maßnahme, bei der im Rahmen des regelmäßigen Geschäftsbetriebes einer Handelsunternehmung einzelne Waren oder Dienstleistungen zum Teil unter Ankündigung einer zeitlichen Begrenzung zu einem (meist stark) reduzierten Preis angeboten und werblich besonders herausgestellt werden. Angestrebt werden damit insbesondere die Erhöhung der Verkaufsmenge (z. B. Lagerräumung) und die Profilierung gegenüber Konkurrenten.

    Sonderangebotspreis    

Der Sonderangebotspreis ist ein Aktionspreis, der durch eine örtlich und zeitlich begrenzte Preisreduzierung von dauerhaft im Sortiment geführten Waren oder Dienstleistungen im Rahmen der regelmäßigen Angebotspolitik eines Betriebes entsteht. Teilweise werden Sonderangebotsartikel unterhalb des Einstandspreises angeboten, um die besondere Preis-Leistungs-Fähigkeit des Betriebes zu dokumentieren. Für die negativen oder geringen Deckungsbeiträge wird bei anderen Waren oder Dienstleistungen ein kalkulatorischer Ausgleich gesucht.

    Sortiment    

Unter dem Sortiment eines Handelsbetriebes wird die Gesamtheit aller beschafften oder selbst hergestellten Absatzgüter verstanden, die ein Handelsbetrieb zu einem Zeitpunkt oder in einem bestimmten Zeitraum seinen Kunden physisch (Lagersortiment) oder auf andere Weise (Bestellsortiment) anbietet. Bei den Absatzgütern handelt es sich vor allem um bewegliche Sachgüter und um Dienstleistungen

Sortimente können nach verschiedenen Prinzipien zusammengestellt werden:

  • nach dem stofflich-produktionstechnischen Zusammenhang (z. B. Eisenwaren),
  • nach der Bedarfsgruppierung (z. B. „Alles für das Bad“, Baumärkte),
  • nach bestimmten Preislagen (z. B. in Kleinpreisgeschäften),
  • nach der Selbstverkäuflichkeit der Güter (Problemloses Gut, Problemvolles Gut)

Zur Charakterisierung eines Sortimentes werden häufig die Dimensionen Sortimentsbreite, -tiefe und –höhe herangezogen: Die Sortimentsbreite gibt an, wie viele additive Kaufmöglichkeiten einem Nachfrager zur Verfügung stehen. So kann beispielsweise ein Nachfrager in einem Betrieb mit umfangreicher Sortimentsbreite zahlreiche unterschiedliche Waren und Dienstleistungen gleichzeitig erwerben. Die Sortimentstiefe gibt einen Hinweis auf die Auswahlmöglichkeiten für einen Nachfrager. Sie weist die Anzahl der alternativen Kaufmöglichkeiten auf, die einem Nachfrager zur Befriedigung eines bestimmten, subjektiven Bedürfnisses seitens eines Betriebes angeboten werden. Mit Sortimentshöhe wird erfasst, auf welchem qualitativen Niveau die angebotenen Leistungen angesiedelt sind.

    Spezialgeschäft    

Das Spezialgeschäft ist ein Einzelhandelsbetrieb, dessen Warenangebot sich auf einen Ausschnitt des Sortiments eines Fachgeschäftes beschränkt, aber tiefer als jenes gegliedert ist. Für Spezialgeschäfte sind Sortimente charakteristisch, die besonders hohen Auswahlansprüchen genügen; sie bieten Bedienung und ergänzende Dienstleistungen.

    Supermarkt    

Der Supermarkt ist ein Einzelhandelsbetrieb, der auf einer Verkaufsfläche von mindestens 400 qm Nahrungs- und Genussmittel einschließlich Frischwaren (z. B. Ost, Gemüse, Südfrüchte, Fleisch) und ergänzend Waren des täglichen und des kurzfristigen Bedarfs anderer Branchen vorwiegend in Selbstbedienung anbietet.

Nach der amtlichen Statistik hat der Supermarkt höchstens eine Verkaufsfläche von 1.000 qm und nach internationalen Panelinstituten von höchstens 800 qm. Das EuroHandelsinstitut hat keine Obergrenze in absoluten Quadratmeterzahlen festgelegt. Der Supermarkt ist – laut EuroHandelsinstitut – primär dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil der für Non-Food vorgesehenen Fläche nicht über 25 Prozent liegt.

    Verbrauchermarkt    

Der Verbrauchermarkt ist ein großflächiger Einzelhandelsbetrieb, der ein breites und tiefes Sortiment an Nahrungs- und Genussmitteln und an Ge- und Verbrauchsgütern des kurz- und mittelfristigen Bedarfs überwiegend in Selbstbedienung anbietet; häufig wird entweder auf eine Dauerniedrigpreispolitik oder auf eine Sonderangebotspolitik (Sonderangebot, Sonderangebotspreis) abgestellt.

Die Verkaufsfläche liegt nach der amtlichen Statistik bei mindestens 1.000 qm, nach der Abgrenzung des EuroHandelsinstituts bei mindestens 1.500 qm, nach Panelinstituten bei mindestens 800 qm. Teilweise unterschieden die Panelinstitute noch zwischen kleinen (800 – 1.500 qm) und großen Verbrauchermärkten (1.500 – 5.000 qm). Der Standort ist in der Regel autokundenorientiert, entweder in Alleinlage oder innerhalb von Einzelhandelszentren.

    Geschäftsfläche – Verkaufsfläche    

Die Geschäftsfläche eines Handelsbetriebes ist die gesamte betriebliche genutzte Fläche für Verkaufs-, Ausstellungs-, Lager-, Versand-, Büro- sowie Personal- und Sozialzwecke. Dabei kann es sich sowohl um überbaute Flächen als auch um Freiflächen (z. B. Werkstatthof, Lagerplatz) handeln. Parkplätze zählen nicht zur Geschäftsfläche. Die Fläche, die ein Geschoss innerhalb seiner absoluten Außenkanten einnimmt, wird im deutschen Baurecht als Geschossfläche bezeichnet.

Die Verkaufsfläche eines Handelsbetriebes umfasst die Fläche, die dem Verkauf dient, die dem Kunden zugänglich ist und die nicht nur vorübergehend für Verkaufszwecke genutzt wird. Eingeschlossen sind die Standflächen für Warenträger, Konsumbereiche, Schaufenster, Treppen in Verkaufsräumen und dem Kunden zugängliche sonstige Verkaufs- und Serviceflächen. Nicht zur Verkaufsfläche zählen Büroräume, Lager- und Vorbereitungsflächen, Werkstätten und Flächen, die Personalzwecken dienen.

    Vorwahl    

Vorwahl ist eine Verkaufsmethode im Einzelhandel, bei der sich der Kunde selbst über das Warenangebot informiert und das Bedienungspersonal gegebenenfalls die Aufgabe hat, zu beraten sowie den Kauf zum Abschluss zu bringen.

    Ware    

Bei den Waren handelt es sich um bewegliche Sachgüter. Im Ordnungssystem eines Warenhandelssortiments lässt sich in der Regel folgende Stufung vornehmen:

  • Warenart,
  • Warenbereich,
  • Artikelgruppe,
  • Artikel,
  • Sorte.

Zu einer Warenart gehören mehrere Warenbereiche (z. B. unter der Warenart Hausrat: Haus- und Küchengeräte, Glas, Porzellan, Keramik, Bestecke und Schneidwaren), gefolgt von den Artikelgruppen (z. B. für den Warenbereich Haus- und Küchengeräte: emaillierte Geschirre, Aluminium-Geschirre, versilberte Geschirre, nichtelektrische Haushaltsmaschinen) sowie den Artikeln (z. B. bei der Artikelgruppe emaillierte Geschirre: Gaskochtopf, Bratpfanne, Bräter) und en Sorten (z. B. Größe, Farbe, Qualitätsstufen).

In einer weiteren Abgrenzungsdimension bezeichnet die Warenart Verwendungskategorien von Waren, z. B.:

  • nach Verwendungszustand der Waren: Rohstoffe, Halbwaren, Fertigwaren,
  • nach der Nutzungshäufigkeit einer Ware: Verbrauchswaren (zur einmaligen Nutzung bestimmt) und Gebrauchswaren (zur mehrmaligen Nutzung bestimmt),
  • nach der Periodizität des Bedarfs: Waren des täglichen, des periodischen und des aperiodischen Bedarfs,
  • nach dem Erklärungsbedarf der Waren: erklärungsbedürftige Waren (Problemvolles Gut) und problemlose Waren (Problemlose Güter) oder
  • nach dem Markierungscharakter der Waren: Markenartikel, Handelsmarken, Gattungsmarken (No-Name-Produkt), nicht markierte Waren.

    Warenhaus    

Das Warenhaus ist ein großflächiger Einzelhandelsbetrieb, der in der Regel auf mehreren Etagen breite und überwiegend tiefe Sortimente mehrerer Branchen mit tendenziell hoher Serviceintensität und eher hohem Preisniveau an Standorten in der Innenstadt oder in Einkaufszentren anbietet. Die Warensortimente umfassen überwiegend Nichtlebensmittel der Bereiche Bekleidung, Heimtextilien, Sport, Hausrat, Einrichtung, Kosmetik, Drogeriewaren, Schmuck, Unterhaltung. Dazu kommen Dienstleistungssortimente der Bereiche Gastronomie, Reisevermittlung und Finanzdienstleistungen. Die Verkaufsmethode reicht von der Bedienung (z. B. im Unterhaltungselektronikbereich) über das Vorwahlsystem (z. B. Bekleidung) bis zur Selbstbedienung (z. B. bei Lebensmitteln). Die amtliche Statistik erfasst diese Erscheinungsform des Einzelhandels als Warenhaus, wenn sie eine Verkaufsfläche von mindestens 3.000 qm hat.